Dieser Artikel wurde veröffentlicht am 10.05.2010.

Christian Lüke
Von Christian Lüke
Die Lindenhof-Distanz sollte mein erster Ritt 2010 und der erste KDR mit meiner Englischen Vollblutstute Sargasy werden, die ich vor 2 Jahren von der Rennbahn geholt habe. Mit meiner Körpergröße von 190 cm suchte ich ein distanztaugliches Pferd mit einer „passenderen" Baugröße, denn AVs geht bei mir einfach nicht. Nach langer Suche fand ich Sargasy, 168 hoch und verkäuflich, denn Sie war bei den Galopprennen zu langsam. Genau richtig, dachte ich - lieber etwas zu langsam und dafür länger! Naja, doch wie ich dann herausfand, kannte sie nur 2 Gangarten: Schritt und Renngalopp. Es begann mit 2 Wochen Reiten, gefolgt von 2 Monaten auf Krücken und dann 18 Monaten Annäherung, Reiten an der Longe, Platz-reiten mit Hilfsschnürchen, Ausritten mit Begleitpferd, Gruppenritten mit Überholspielchen und dann - optimal vorbereitet - kam die Lindenhof-Distanz.
Es hieß aufstehen um 2 Uhr nachts, Abfahrt um 4 Uhr, Ankunft um 6.30 Uhr. Viele alte Bekannte fanden sich ein: Barbara und Günther Zeußel aus Nürnberg, Gabriele Bittner aus Postbauer-Heng, Michaela Aequaviva von Francis Distanzseminar 2009, Gesichter der Grastälerpassage uvm. Die Voruntersuchung lief gut - alle Werte top! Sargasy war auch „relativ" cool bei den vielen neuen Bekannten am Lindenhof. Wir ritten eine Schleife nach der anderen, dann kam der Start um kurz vor 10 - alleine! War erst ok, etwas Schritt, ein entspannter Trab, aber Sargasy hatte irgendwie das Gefühl, dass das hier kein normaler Ausritt ist. Und kurze Zeit später erspähte sie die galoppierende Gruppe vor uns, kurz danach die galoppierende Gruppe nach uns und dann hatte ich echt ein Problem! „Ein Galoppritt wird es wohl sein", dachte sie und es half nur noch ein beherzter Sprung, denn sie war auf 180!!! Auch Pferdle halten vom Boden aus war nicht ganz einfach.
An dieser Stelle herzlichen Dank an die folgende 3er-Gruppe um Ute Wiemer. Sie hatte selbst Neulinge dabei, nam mich aber in der Gruppe auf und nach 10 Minuten lief es dann entspannt und rasant im zügigen Trab. Die Strecke der ersten „rosa" Schleife war vom Regen etwas aufgeweicht und manchmal rutschig, jedoch genau richtig für die empfindlichen Vollbluthufe, die oft Probleme bereiten. Vet Gate nach der ersten Schleife brachte Puls 44 und ich kam schnell durch. Aber ich wartete lieber auf meine drei Mitreiterinnen, mit denen es im Team weiterging. Die zweite „weiße" Schleife führt zum größten Teil auf breiten guten Wegen durch Wälder. Der Boden optimal zum galoppieren. Schließlich nach 41 km und der Nachuntersuchung die Freude: Sargasy hat Ihre erst Distanz gut überstanden. Keine Probleme mit den Hufen, kein Probleme mit dem Rücken (schwerer Reiter) und mit dem Puls sowieso nicht. Jetzt hängt die erste Ritt-Plakette an Sargasys Box :-)
Wie lange es jedoch dauert, um einen Galopper wirklich umzustellen, kann ich nicht sagen. Nach 2 Jahren ist es immer noch ganz schön schwierig. Das nächste Ziel ist „Little Hill" oder der „Donauperlenritt", gerne wieder in der Gruppe ;-) Hat jemand Lust und Zeit? Bitte melden...


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