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4. Lindenhof-Distanz 2010


Christian Lüke
Von Christian Lüke

Die Lindenhof-Distanz sollte mein erster Ritt 2010 und der erste KDR mit meiner Englischen Vollblutstute Sargasy werden, die ich vor 2 Jahren von der Rennbahn geholt habe. Mit meiner Körpergröße von 190 cm suchte ich ein distanztaugliches Pferd mit einer „passenderen" Baugröße, denn AVs geht bei mir einfach nicht. Nach langer Suche fand ich Sargasy, 168 hoch und verkäuflich, denn Sie war bei den Galopprennen zu langsam. Genau richtig, dachte ich - lieber etwas zu langsam und dafür länger! Naja, doch wie ich dann herausfand, kannte sie nur 2 Gangarten: Schritt und Renngalopp. Es begann mit 2 Wochen Reiten, gefolgt von 2 Monaten auf Krücken und dann 18 Monaten Annäherung, Reiten an der Longe, Platz-reiten mit Hilfsschnürchen, Ausritten mit Begleitpferd, Gruppenritten mit Überholspielchen und dann - optimal vorbereitet - kam die Lindenhof-Distanz.

Es hieß aufstehen um 2 Uhr nachts, Abfahrt um 4 Uhr, Ankunft um 6.30 Uhr. Viele alte Bekannte fanden sich ein: Barbara und Günther Zeußel aus Nürnberg, Gabriele Bittner aus Postbauer-Heng, Michaela Aequaviva von Francis Distanzseminar 2009, Gesichter der Grastälerpassage uvm. Die Voruntersuchung lief gut - alle Werte top! Sargasy war auch „relativ" cool bei den vielen neuen Bekannten am Lindenhof. Wir ritten eine Schleife nach der anderen, dann kam der Start um kurz vor 10 - alleine! War erst ok, etwas Schritt, ein entspannter Trab, aber Sargasy hatte irgendwie das Gefühl, dass das hier kein normaler Ausritt ist. Und kurze Zeit später erspähte sie die galoppierende Gruppe vor uns, kurz danach die galoppierende Gruppe nach uns und dann hatte ich echt ein Problem! „Ein Galoppritt wird es wohl sein", dachte sie und es half nur noch ein beherzter Sprung, denn sie war auf 180!!! Auch Pferdle halten vom Boden aus war nicht ganz einfach.

An dieser Stelle herzlichen Dank an die folgende 3er-Gruppe um Ute Wiemer. Sie hatte selbst Neulinge dabei, nam mich aber in der Gruppe auf und nach 10 Minuten lief es dann entspannt und rasant im zügigen Trab. Die Strecke der ersten „rosa" Schleife war vom Regen etwas aufgeweicht und manchmal rutschig, jedoch genau richtig für die empfindlichen Vollbluthufe, die oft Probleme bereiten. Vet Gate nach der ersten Schleife brachte Puls 44 und ich kam schnell durch. Aber ich wartete lieber auf meine drei Mitreiterinnen, mit denen es im Team weiterging. Die zweite „weiße" Schleife führt zum größten Teil auf breiten guten Wegen durch Wälder. Der Boden optimal zum galoppieren. Schließlich nach 41 km und der Nachuntersuchung die Freude: Sargasy hat Ihre erst Distanz gut überstanden. Keine Probleme mit den Hufen, kein Probleme mit dem Rücken (schwerer Reiter) und mit dem Puls sowieso nicht. Jetzt hängt die erste Ritt-Plakette an Sargasys Box :-)

Wie lange es jedoch dauert, um einen Galopper wirklich umzustellen, kann ich nicht sagen. Nach 2 Jahren ist es immer noch ganz schön schwierig. Das nächste Ziel ist „Little Hill" oder der „Donauperlenritt", gerne wieder in der Gruppe ;-) Hat jemand Lust und Zeit? Bitte melden...





 
Info
Dieser Artikel wurde veröffentlicht am 10.05.2010.
Stichworte: Veranstaltungsberichte Distanz 2010 | Permalink | Trackback URI

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Bisher 10 Kommentare:
Trotter
14.05.2010 16:22 Uhr
Ein schöner Bericht. Und Christian: deine Mühe wird sich lohnen. Es ist wirklich viel langwieriger, einen Galopper umzuschulen, als einfach roh auszubilden. Aber du wirst dabei selber viel lernen - über Pferdepsyche und dich selber. Viel Erfolg euch beiden!


herwig
17.05.2010 09:15 Uhr
Kleines Verständnisproblem vom Laien: Wer ist denn den beherzten Sprung gesprungen? Du oder Sargasy?


rennsemmel
17.05.2010 09:23 Uhr
ich :-)


herwig
17.05.2010 09:37 Uhr
Äh und konntest Du sie dann festhalten oder kam sie von alleine wieder zurück?


rennsemmel
17.05.2010 09:49 Uhr
ich konnte sie festhalten und dank der Gruppe von Ute Wiemer auch AUF dem Pferdle den Ritt weiterführen. In der Gruppe kam Sargasy wieder etwas runter von Ihrem Trip und ließ sich dann auch wieder gut reiten


herwig
17.05.2010 09:54 Uhr
Danke, jetzt begriffen.


rennsemmel
17.05.2010 09:58 Uhr
Gegenfrage: Du machst Möbel für Reiter? Was kann ich mir darunter vorstellen?


herwig
31.05.2010 08:43 Uhr
Ich vermute einfach mal, dass sich Menschen, die sich mit Tieren viel in der Natur aufhalten, auch Zuhause auf ihr Wohnklima achten. Und da kann die Einzelanfertigung von Küchen und Möbeln aus Massivholz individuelle Vorlieben perfekt umsetzen. Außerdem könnten wir per Digitaldruck sogar Glasfronten mit Pferdeportraits herstellen, - muss aber nicht sein. Mehr dazu: http://www.die-moebelmacher.de/produkte/schlaupferd.html


chrissi
03.06.2010 20:55 Uhr
habe deinen Bericht eben gelesen, muss dir sagen
rennsemmel, ich bin stolz auf dich und feue mich, dass
ihr beide das unbeschadet überstanden habt (war ja auch ein
langer Weg dorthin :)

chrissi


HawkStoneStable
09.06.2010 11:05 Uhr
habe gerade Deinen Bericht gelesen - besser spät als nie.
Deine "Anfangsschwierigkeiten" hast Du sehr schön beschrieben. Ich kann Dir sagen, daß das nicht nur ein Rennpferd (Vollblüter)- Problem ist. Ich kenne das von Trabern und deren Mischungen genauso und auch von Shagyas. Interessannterweise sind ausgerechnet meine Vollblutaraber die coolsten von Allen. Aber laß Dir eines sagen: Du machst das schon richtig und laß Dich nicht unterkriegen!



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